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Verehrte Jagdkolleginnen und Jagdkollegen,

 

eine nicht geringe Anzahl von Jägern erliegt einem merkwürdigen Irrtum aber auch fehlinterpretierten Informationen - gerade im Zusammenhang mit der fortschreitenden Entwicklung der Jagd und deren Umfeld.

„Unbeschwertes Jagen mit immer währendem todsicherem Treffen des Wildes!“ -  die Vision schlechthin innerhalb eines großen Teils unserer Jägerschaft. 

Sehr wenige denken an die rein subjektive Seite – sprich ihren persönlichen Part, den sie zur Vervollkommnung der Anforderungen auf der Jagd zu leisten haben.

Anforderungen, die uns Jägern vom Gesetzgeber bindend vorgegeben sind. Denken wir nur an den Straftatbestand des Tierschutzgesetzes, wonach verboten ist, „einem Tier im Rahmen waidgerechter Jagdausübung mehr als unvermeidbare Schmerzen zuzufügen“.

Ohne „Menetekeln“ zu wollen – ein nicht zu unterschätzender Teil von uns Jägern (aller Altersstrukturen) ist bereits am Limit seines Schießleistungsvermögens angelangt. Wie oft gelingt es nicht, das Wild mit dem ersten Schuss so zu treffen, dass es unmittelbar und ohne vermeidbare Schmerzen verendet; nicht nur auf der
Drück-/Bewegungsjagd, auch auf dem Ansitz oder Pirsch.

Das Schießen/Töten im Rahmen der Jagdausübung ist eine komplexe und äußerst komplizierte Angelegenheit. Allen damit zusammenhängenden Problemfeldern muss der Jäger uneingeschränkt und in jeder jagdlichen Situation gewachsen sein.

Wir denken dabei auch an die niemals gänzlich auszuschließende Gefahr eines Jagdunfalles – umso dramatischer, wenn auch noch geltende Unfallverhütungsvorschriften missachtet wurden.

„Schießen sei wie Radfahren, das man nicht verlernt!“ … ist das so? Wer die Augen auf den (Ansitz-)Drückjagden offen hält, kommt über das Staunen hinsichtlich „schießtechnischer Fertigkeiten“ nicht hinaus. Das gipfelt dann am Ende eines Treibens mit drei Nachsuchen von einem Schützenstand aus oder aber der immer wieder gern gestellten Frage an den Erleger eines flüchtigen Stückes Schwarzwild „Wie weit er eigentlich vorgehalten hätte?“ Vorhalten auf bewegtes Schalenwild – das unmöglichste und tierschutzwidrigste Unterfangen, Strecke mit der Kugel zu machen.

 

Mehr denn je achten die Einladenden zu Bewegungsjagden künftig neben dem gültigen Jagdschein auf die aktuell erworbene Keilernadel – einer Art Schießleistungsnachweis, der von jedem von uns Jahr für Jahr erbracht werden sollte. Die Keilernadel ist kein (wie so oft gehört) Qualitätssiegel, aber ein Nachweis der erfolgreichen Übung auf dem Schießstand und somit Ausdruck des Willens zu einer tierschutz- u. weidgerechten Jagd. Die Übungsmöglichkeiten sind vorhanden und liegen vor unserer Haustüre. Wir stehen Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Sie schaffen das, wie jede(r) andere bisher auch.

Selbstkritische Einschätzung des eigenen Schießleistungsvermögens ist der Anfang eines Teils der Problemlösung.

Regelmäßige Überprüfung der Jagdwaffen auf Waffensicherheit, Jagdwaffen selbst ein-/angeschossen, Überdenken der Schussabgaben des vergangenen Jagdjahres und deren Folgen u.a. - dies alles macht den Versuch des Minimierens eigener Fehlerquellen aus.

Kein Unternehmen kommt auf die Dauer ohne Nachschulung seiner Belegschaft aus – das gilt uneingeschränkt auch für uns Jäger. Allein ein Blick auf den Terminkalender der Landesjagdschule verdeutlicht mehr denn je die komplexen, breitgefächerten Schulungsprogramme. Wir Jäger sind gefordert um unserer Glaubwürdigkeit willen. Die Unkenrufe nach Pflichtschießen vor Verlängerung des Jagdscheines hallen schon lange durch die Lande. Bereits fünf Bundesländer verlängern keine Jagdscheine mehr ohne Schießleistungsnachweise.

Das beim einen oder anderen kürzer oder auch schon länger zurückliegende Ausbildungsschießen im Rahmen der Vorbereitung auf die Jägerprüfung war ausschließlich darauf ausgelegt, am Ende das Prüfungsfach „Schießen“ erfolgreich zu bestehen. Eine für die praktische Jagdausübung verwertbare Schießausbildung konnte in der Kürze der Ausbildungszeit kaum stattfinden.

Es darf und kann aber einem(r) Jungjäger(in), auch einem(r) in Jahren gereiften Jägersmann/-frau nicht gleichgültig sein, von fünf Schüssen auf den laufenden Keiler gerademal zwei in´s Leben zu bringen, wie zum Bestehen der Jägerprüfung gefordert. Schlechte Schüsse stellen in der Praxis Hund und Nachsuchenführer vor gewaltige Probleme – ganz zu schweigen von den Gefahren für Hund und Führer bei einer Schwarzwildnachsuche.

„Kein Jäger ist vor einem schlechten Schuss gefeit!“ – wahrlich die übelste Generalklausel zur Begründung eigener Schießschwächen. Wie war das doch mit des „ Jägers Ehrenschild …? “

Unsere Maxime für die Zukunft – Fortbildung in Theorie und Praxis – gerade und speziell im Umgang mit unseren Waffen.

Wir freuen uns, Sie bei unseren Aus- und Fortbildungsvorhaben begrüßen zu dürfen.

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